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Warum bin ich so verspannt?

“Warum bin ich so verspannt?” - Diese Frage wird mir oft von Massagekunden gestellt.

“Was kann ich selber dagegen tun?” - Diese Frage freut mich, denn sie zeigt, dass jemand selbst Verantwortung übernehmen will.

Massagen und Shiatsu-Behandlungen sind genussvoll und wirkungsvoll. Damit sich nachhaltig etwas bessert, müssen unbedingt einige Alltagsgewohnheiten durchgecheckt werden, sonst machen die alltäglichen Einflüsse den Behandlungserfolg zunichte.

 

Entscheidend ist nicht, was man tut, oder in welcher Haltung, denn der menschliche Körper kann Vieles aushalten. Entscheidend ist aber, wie lange man in der selben angespannten Position bleibt, und zwar ohne Unterbrechung!

Was passiert dann? - Der Muskel “vergisst”, dass es für ihn ja auch einen entspannten, weichen, lockeren Zustand gäbe. Der Muskel “denkt”: “Aha, offenbar will sie von mir, dass ich ihre Schultern acht Stunden pro Tag in dieser hochgezogenen Position halte. Na gut, dann bleiben wir dabei.” Dem gehorsamen Muskel selber tut die Spannung ja nicht weh, sondern der Schmerz entsteht erst im Gehirn der “Muskel-Besitzerin”.

Und woran wird der Muskel bei der Massage erinnert? - Genau, an seinen ursprünglichen entspannten, weichen, lockeren Zustand.

 

Was heißt das jetzt für den Alltag? - Nicht zu lange in ein und derselben Position bleiben! Wer wenigstens einmal pro Stunde mit den Schultern kreist oder den Kopf nach links und rechts dreht, löst Verspannungen bereits im Ansatz. Selbst wenn man die Arbeit nicht für Turnübungen oder Meditationspausen unterbrechen will, kann man doch manche Gelegenheiten nutzen: das Kaffeeholen, den Gang zum Drucker, längere Telefonate usw., um den Körper ein wenig zu räkeln und zu lockern, besonders die beanspruchten Stellen. Überlegen Sie sich, welche wiederkehrenden Aktivitäten in Ihrem Arbeitstag sich als heimliche kleine “Entspannungs-Signale” eignen. Erinnern Sie sich und Ihre Muskeln mehrmals am Tag daran, unnötige Spannungen sofort loszulassen.

 

Oft übersehen wird der enge Zusammenhang zwischen den vielen kleinen Augenmuskeln und der Nackenmuskulatur. Über die Faszien setzen sich Spannungen aus den Augenmuskeln bis in den Nacken und in den ganzen Rücken fort. Da hilft ein Trick aus der Uhrmacher-Ausbildung: als Ausgleich zum konzentrierten Schauen und Fokussieren blicken Uhrmacher, die sich nicht völlig verspannen wollen, jede Stunde einmal durch ein großes Fenster, möglichst ins Weite, in einen Garten oder an den Horizont. Dabei stellen sich die Augenmuskeln komplett um, von “ganz nah” auf “weit”, und dieses konsequente Lockern des Blicks beugt Nacken- und Rückenverspannungen vor. Probieren Sie es aus - hoffentlich haben Sie am Arbeitsplatz zumindest ein Fenster mit interessanter Aussicht!

 

Zu lange in der selben angespannten Position bleiben - eine sehr häufige, aber leicht änderbare Ursache von Verspannungen.

 

Weitere Ursachen und Gegenmittel:

  • Angeborene oder mit der Zeit erworbene Fehlstellungen der Knochen.
    Da hilft konsequentes Training der Muskeln, die Muskeln müssen gestärkt werden, damit sie die Halteaufgabe der Knochen unterstützen und ihrerseits einen Teil vom Körpergewicht übernehmen. Starke Bauchmuskeln und ein fester Beckenboden schützen die Bandscheiben im unteren Rücken vor Überlastung.
    Die Trainingsmethode “Pilates” hat sich dazu sehr bewährt. Auch medizinisch begleitete Trainingsprogramme wie das “Kieser-Training” oder das “Kienbacher-Training” wirken gut.
  • Verkühlung.
    Warmhaltende Kleidung, Wärmepflaster oder durchblutungsförderndes Sportgel aus der Apotheke, Infrarot-Lampe.
  • Überlastung beim Sport oder bei der Gartenarbeit.
    Schonen, aber nicht ruhigstellen. Eine “Schonhaltung” kann das Problem verschlimmern, weil sich in weiterer Folge auch andere Körperteile verspannen.
  • Fehlhaltung, z.B. verdrehtes Sitzen am Schreibtisch.
    Achten Sie doch einmal einen Tag lang auf Ihre typischen Bewegungen und Haltungen im Alltag. Hören Sie aufmerksam in den Körper hinein: Was fühlt sich gut an? Wo spießt es sich? Analysieren Sie Ihre täglichen Abläufe und ändern Sie, was Ihr Körper nicht mag.
  • Stress - gedanklich oder emotional.
    Lernen Sie Tiefenentspannung und lösen Sie Probleme mit Hilfe von Hypno-Mentaltrainings-Sitzungen.
  • Zu wenig oder nicht erholsamer Schlaf.
    Lesen Sie den Blog-Artikel zum Thema “Endlich wieder gut schlafen”.

Hier in diesem Blog finden Sie praktische Anleitungen zur Selbsthilfe.

  • Alltags-Checklisten: “Die 3 wichtigsten Verspannungs-Auslöser” und “Schlafhygiene”
  • Meditations-Audios: “Leichte Trance kennenlernen”, “Autogenes Training Kurzversion”, “Starkes Immunsystem”
  • Videos zum Mitmachen: einfache Shiatsu-Massage, Druckpunkte und Meridian-Dehnübungen unter dem Titel “Shiatsu zum Selbermachen”

Die Audios und Videos sind von mir selbst gesprochen und vorgeturnt. Schmökern Sie sich durch meinen Blog, ich wünsche gute Entspannung!


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